Mietwohnungsbau, neue steuerliche Anreize

geschrieben am 07.04.2016 von Thomas Wörner

Um den Wohnungsmarkt schnellstmöglich zu entl asten, hat das Bundeskabinett am 3. Februar dieses Jahres eine Sonderabschreibung für den
Neubau oder Erwerb von Mietwohnungen als Anreiz für private Investoren beschlossen. Voraussetzung bei Neubauten ist, dass der Bauantrag
bis 31. Dezember 2018 gestellt wird. Außerdem müssen die entstehenden oder erworbenen Eigentumswohnungen indestens zehn Jahre lang 
für Wohnzwecke vermietet werden. „Der Wohnungsmarkt ist in einigen Regionen angespannt. Vor allem in Großstädten fehlen Wohnungen. Dazu
kommt der Zuzug vieler Flüchtlinge. Wir müssen jetzt die richtigen Anreize setzen“, erklärte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Lage.
Statt die lineare Abschreibung zu erhöhen, um den Bau neuer Mietwohnungen nachhaltig auszuweiten, sorgt der zeitlich befristete Steuerbonus für
schnelle und kurzfriste Ersparnis. Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung sowie im darauffolgenden Jahr dürfen jeweils zehn Prozent zusätzlich
zu den regulären zwei Prozent der linearen Abschreibung jährlich abgesetzt werden. Im dritten Jahr sind es bis zu neun Prozent der Bemessungsgrundlage. Insgesamt können Investoren also bis zu 35 Prozent der förderfähigen Anschaffung oder Herstellerkosten
steuerlich geltend machen.
2.000 Euro je Quadratmeter absetzbar. Da nur Wohnungen geförder t werden sollen, die auch für mittlere und untere Einkommensgruppen bezahlbar sind, muss allerdings eine Baukostenobergrenze von 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche eingehalten werden.Davon sind maximal 2.000
Euro je Quadratmeter steuerlich absetzbar. Wer also zum Beispiel 350.000 Euro (Nebenkosten wie Maklercourtage, Notarkosten und Grunderwerbsteuer
inklusive) in eine 100 QuadratmeterWohnung in Stuttgar t investier t, darf, abzüglich des Grundstückspreises, auf höchstens 300.000 Euro Bemessungsgrundlage kommen.Davon kann er in den ersten drei Jahren 105.000 Euro absetzen. Das ergibt bei einem Spitzensteuersatz von zum Beispiel 33,3 Prozent 35.000 Euro Steuerersparnis. Die Sonderabschreibung ist bis einschließlich 2022 möglich.

Auch was den Standor t betrifft, gibt es Bedingungen: Zum Fördergebiet gehören Gemeinden, deren Mietniveau mindestens fünf Prozent über dem
Bundesdurchschnitt liegt. Bemessen wird dies nach den Mietstufen IV bis VI des Wohngelds, wobei die sechste Stufe in Groß- und Universitätsstädten
wie Hamburg, München, Köln, Stuttgart, Frankfur t und Wiesbaden erreicht wird. Förderfähig sind auch Gebiete mit Mietpreisbremse (§556d BGB)
und mit abgesenkter Kappungsgrenze (§ 558 Absatz 2, Satz 2 und 3, BGB). 

Quellen:
Bundesregierung.de, Bundesfinanzministerium.de,
Hausundgrund.de, Handelsblatt, Frankfurter neue
Presse, Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). 

Kommentare


Hallo, interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet. Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet. Alles Liebe Herbert Flecken entfernen

Herbertlic , geschrieben am 12.01.2017