Trinkwasseruntersuchung in Mehrfamilienhäusern Pflicht

geschrieben am 11.07.2013 von Thomas Wörner

Obwohl die Trinkwasserverordnung bereits am 11. 11. 2011 in Kraft trat, um die Qualität des Trinkwassers zu gewährleisten, hat sich die neue Pflicht noch nicht in den Köpfen verankert. Säumige Vermieter können jedoch unbesorgt sein, denn laut Bundesgesetzblatt vom Dezember letzten Jahres wurde die Prüffrist bis 31.12.2013 verlängert. Wenn die erste Untersuchung einwandfrei ist, ist eine Kontrolle nur noch alle drei Jahre erforderlich. Eine weitere Entlastung, auch für die Behörden: Die ursprünglich vorgeschriebene Meldung der Anlagen beim Gesundheitsamt ist nicht mehr erforderlich.

Die Gefahr, an Legionellen zu erkranken, wurde lange unterschätzt. Bundesweit sterben in Deutschland jährlich etwa 2.000, vor allem ältere und kranke, Menschen an einer durch Legionellen verursachten Lungenentzündung. Die stäbchenförmigen Bakterien können durch den Wasserdampf beim Duschen in die Atemwege gelangen.

Eine Untersuchung des Wassers ist für Mehrfamilienhäuser ab drei Wohneinheiten Pflicht, deren zentraler Wasserspeicher mehr als 400 Liter fasst. Der Grund: In Großanlagen ist das Risiko der Bakterienansammlung sehr viel größer als in den Wasseraufbereitungsanlagen von Ein- und Zweifamilienhäusern. Untersucht werden müssen auch Rohrleitungen, in denen das Volumen zwischen Boiler und Wasserhahn mehr als 3 Liter beträgt.

 „Legionellen bilden sich vor allem in Leitungsnetzen älterer Gebäude“, erklärt Kurt Friedl, Geschäftsführer von RE/MAX Deutschland Südwest. „Ein idealer Nährboden für Keime ist das lauwarme Milieu, das entsteht, wenn nicht isolierte Kalt- und Heißwasserleitung benachbart verlaufen.“ Auch Wasserrückstände in selten genutzten Leitungen bieten den idealen Nährboden für gefährliche Keime, die bevorzugt in 25 bis 55 Grad warmem Trinkwasser gedeihen. Wichtig ist also, dass die Vorhaltetemperatur des Warmwassers über 55°C liegt.

Ist die Konzentration der Keime im Trinkwasser zu hoch, muss der Vermieter dies unverzüglich dem zuständigen Gesundheitsamt melden. Die Anlage wird dann von einem akkreditierten Labor überprüft, um die Ursache der Gefährdung zu finden. Auskunftspflichtig ist seit 1.12.2012 auch, ob in der Trinkwasserverteilungsanlage des Hauses Bleileitungen vorhanden sind.

Unklar war auch die Kostenverteilung: Die Installationskosten für die Entnahmestelle des Leitungswassers, des Zapfhahns, muss der Vermieter selbst tragen. Die turnusmäßigen Prüfkosten, die das Labor in Rechnung stellt, sind jedoch auf die Mieter umlegbar. Laut Auskunft der Eigentümerschutz-Gemeinschaft „Haus & Grund Stuttgart“ liegen die Prüfgebühren bei einem Dreifamilienhaus zwischen 150 und 200 Euro. 

Auch vom Kostenaspekt her gilt auch also: „Vorsorgen ist besser als Heilen.“ Wer wissentlich oder fahrlässig verseuchtes Wasser abgibt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro oder sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen.

Die für eine Trinkwasserprüfung zugelassenen Institute können beim Gesundheitsamt unter Telefon 0208 / 455 - 5390 erfragt werden.

Ausführliche Informationen zur Trinkwasserverordnung unter

http://www.umweltbundesamt.de/wasser/themen/trinkwasser/gesetze.htm

Kommentare


Liebes REMAX-Team, zunächst bedanke ich mich bei Ihnen für Ihre sehr gute Arbeit im Zusammenhang mit dem Hauskauf in Stuttgart. Ihr Büro ist sehr kompetent und hier wird man nicht einfach "über den Tisch gezogen", wie in meiner Familie leider bereits schon einmal der Fall. Auch die anschließende Trinkwasseruntersuchung bei der Firma Ivario wurde hervorragend abgewickelt (https://www.wassertest-online.de). Gottseidank wurden keine Legionellen festgestellt bei der Legionellenprüfung. Macht weiter so und allerbeste Grüße aus dem neuen Heim! Familie Petrus

Nico Pe. , geschrieben am 21.05.2016

PS: Beste Grüße an Frau Schran aus dem Hamburger-Büro!

Nico Pe. , geschrieben am 21.05.2016