Worauf müssen Sie bei einer Mieterhöhung achten?

geschrieben am 24.01.2014 von Thomas Wörner

Die Absicht der Mieterhöhung muss den Mietern schriftlich mitgeteilt werden. Innerhalb von drei Monaten kann der Mieter die Erhöhung prüfen und das Mietverhältnis ggf. auch kündigen.
 
Mietpreisbremse: Innerhalb von vier Jahren darf die Miete höchstens um 20 Prozent steigen. In Regionen mit Wohnraummangel kann das zuständige Bundesland die  „Kappungsgrenze“ auch auf 15 Prozent absenken. Bei Neuvermietung sind bis zu zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete erlaubt. 

Als Vermieter müssen Sie sich an der ortsüblichen Vergleichsmiete, also der Durchschnittsmiete am Wohnort für vergleichbare Wohnungen, orientieren.

In Ihrem Mieterhöhungsverlangen können Sie sich auf ein Sachverständigengutachten, auf mindestens drei Vergleichswohnungen oder auf den Mietspiegel berufen. Dieser muss öffentlich zugänglich sein.

Haben Sie die Mietsteigerung der nächsten Jahre in Form einer Staffelmiete festgelegt? Dann dürfen Sie nicht über die einmal beschlossenen Zahlungen hinausgehen - 
selbst wenn die ortsübliche Vergleichsmiete in den Folgejahren steigt.

Wenn der Vertragsabschluss und der Beginn des Mietverhältnisses nicht zeitgleich sind, darf die erste Mieterhöhung erst 15 Monate nach Beginn des Mietverhältnisses erfolgen (zwölf Monate Wartefrist + dreimonatige Zustimmungsfrist).
 
Natürlich können Sie die Miete im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen erhöhen. Die sog. Modernisierungsumlage wird auf die Kaltmiete aufgeschlagen, wenn die 
Wohnqualität durch die baulichen Maßnahmen verbessert wird.

Ihr Mieter sollte der Mieterhöhung schriftlich zustimmen. Auch wenn er durch bereitwillige Zahlung der höheren Miete Zustimmung signalisiert, beugen Sie so eventuellen späteren Auseinandersetzungen vor. 

Achten Sie darauf, dass alle Mietvertragsunterzeichner der Mieterhöhung zustimmen. Wenn Sie Ihre Wohnung ursprünglich an ein (Ehe-)Paar vermietet haben, müssen beide Partner unterzeichnen, auch wenn das Paar mittlerweile getrennt lebt.  

Quellen: „Vermieter-Telegramm“  Dr. Tobias Mahlstedt, Fachanwalt für Miet- und WEG-Recht; Karl-Friedrich Moersch: ABC des Mietrechts.  

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